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Unvergessene Heimat Wolhynien
1. Juni 2022
Auch wenn sich bereits seit dem 13. Jahrhundert deutsche Siedler in Wolhynien niederließen, so haben vor allem die Siedler im 19. Jahrhundert den Begriff der Wolhyniendeutschen geprägt. Doch wo liegt dieses Wolhynien überhaupt und warum gibt es so viele Forscher, die sich damit beschäftigen?
Das Gebiet, welches allgemein als Wolhynien bezeichnet wird, war die Urheimat der Ostslawen, genauer gesagt das ursprüngliche Stammesgebiet der Wolhynier. Das Zentrum war die legendäre Burg Wolyn, welche heute zerstört und deren genaue Lage noch immer umstritten ist. Der Großteil Wolhyniens liegt heute in der Ukraine, doch die Verwaltungseinheit Oblast Wolyn umfasst nur einen Teil des historischen Wolhyniens.
Vom 10. bis 13. Jahrhundert gehörte die historische Landschaft Wolhynien als Fürstentum zum ersten Staat der Ostslawen (Kiewer Russj) und wurde im 13. /14. Jahrhundert zusammen mit der historischen Landschaft Galizien zum Fürstentum Wolhynien-Galizien (später auch Galizien/Wolhynien genannt) vereinigt. Später gehörte es zum polnisch-litauischen Staat und wurde 1569 an Polen angegliedert. Zwischen 1795 und 1917 lag es im Russischen Reich. Während des Ersten Weltkrieges wurde Wolhynien erst von deutschen, dann von polnischen Truppen besetzt, bis 1921 die Aufteilung zwischen Polen und der Sowjetunion beschlossen wurde. Der größere Ostteil blieb bei der Sowjetunion, während der kleinere Westteil an Polen abgetreten wurde. Der Ostteil wurde nach dem Zweiten Weltkrieg an die Ukraine angeschlossen und gehörte somit bis 1991 zur UdSSR.
Wie bereits erwähnt, kamen die ersten deutschen Siedler bereits im 13. Jahrhundert nach Wolhynien. Sie waren überwiegend Händler und Handwerker und siedelten vor allem in den Städten Wladimir und Luzk. Im 16. Jahrhundert breitete sich der Protestantismus auch in Wolhynien aus und zog zunehmend Lehrer und Beamte an. Die sogenannten Wolhyniendeutsche kamen im 19. Jahrhundert und werden in drei Phasen eingeteilt: Um 1800 kamen überwiegend Bauern aus Preußen, die den Ruf Katharina II. folgten und von Privilegien wie die Befreiung vom Militärdienst profitierten. Aber auch Waldarbeiter aus Niederschlesien und Kolonisten aus Pommern siedelten sich in der ersten Phase in Wolhynien an und gründeten viele deutsche Dörfer.
Ab 1830 setzte die nächste Einwanderungswelle ein. Der sogenannte erste polnische Aufstand führte in Kongresspolen zu schlechteren Lebensbedingungen er dort lebenden deutschen Siedlern. Rund 11.500 Menschen wanderten daraufhin von Kongresspolennach Wolhynien aus. Quellen berichten von 140 neuen deutschen Siedlungen in dieser Zeit. Doch die eigentliche Hauptwanderung setzte ab 1861 ein. Der polnische Aufstand von 1863/1964 sowie die Abschaffung der Leibeigenschaft in Russland bewirkte, dass Wolhynien unter einem Mangel an Arbeitskräften litt. Viele Eigentümer mussten Land und Gut verkaufen, was dazu führte, dass immer mehr Deutsche den Versprechungen der russischen Regierung folgte. Diese lockte die Kolonisten mit dem Zugeständnis, kein Militärdienst leisten zu müssen und ihre eigene Kultur weiter pflegen zu können. Dies führte zu einem wahren Ansturm, so dass 1914 schätzungsweise 250.000 Deutsche in Wolhynien lebten.
So machten sie einen Großteil der Bevölkerung aus, was bei den russischen Einwohnern immer öfters anti-deutsche Gefühle hervorrief. Während des Ersten Weltkrieges wurden Deutsche häufig verdächtig als Spione tätig zu sein, sodass immer mehr Kolonisten aus Angst vor Verfolgung und Verschleppung ihre Heimat verließen. Ab 1918 kehrten zwar einige zurück, fanden oft jedoch nur Trümmer vor. Zwischen 1926 und 1928 flohen viele Deutsche in Wolhynien zunehmend vor der kommunistischen Unterdrückung und spätestens nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges mussten alle deutschen Siedler Wolhynien verlassen.
Die Familienforschung in Wolhynien ist nicht gerade einfach, denn nicht nur durch die Verfolgung und Vertreibung sind viele Dokumente unauffindbar. Bereits 1975 wurde der Historische Verein Wolhynien e.V. gegründet, der sich dazu verschrieben hat, Schriften und Dokumente zu Wolhynien zu sammeln und das Kulturerbe der Wolhyniendeutsche zu bewahren. Als ein Teil davon ist unter anderem das VolynWiki (wiki.wolhynien.net) entstanden mit einer Sammlung an Informationen. Auch die Arbeitsgemeinschaft Ostdeutscher Familienforscher (agoff.de) hat angefangen Personendaten aus Wolhynien zu digitalisieren. Zahlreiche Literatur über die Region sowie das Umsiedlermuseum (umsiedlermuseum-wolhynien.de) in Linstow bei Güstow (Mecklenburg) vermitteln Interessierten einen Einblick in das Leben der Wolhyniendeutschen.
Quellen: www.wolhynien.de, wiki.wolhynien.net
und Wikipedia
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Wer auf der A19 unterwegs ist, fährt wahrscheinlich an Dobbin-Linstow vorbei. Was sollte es denn schon sehenswertes in dieser kleinen Gemeinde in Mecklenburg-Vorpommern geben? Das Wolhynier Umsiedlermuseum! Hier wurden nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges rund 40 Familien in Übergangslagern untergebracht. Nach der Bodenreform in der sowjetischen Besatzungszone wurde jeder Familie 10 Hektar Land zugewiesen, oft mit etwas Wiese und Wald. Hier konnten sie ab 1947 Bauernhäuser in ihrer traditionellen Holzbauweise errichten. Obwohl sie 1974 wieder enteignet wurden, blieben viele Familien und nach der Wiedervereinigung wurden ein wegen Einsturzgefahr gesperrten Gebäude übernommen und wieder hergerichtet. Es entstand das Museum. 1993 wurde dann der Heimatverein Linstow gegründet und das Museum erweitert um ein Wirtschaftsgebäude, ein Erdkeller sowie eine Scheune, in der sich heute ein Bildungszentrum befindet. So entstand das bundesweit einzige Museum, welches mit einer Dauer- sowie wechselnder Sonderausstellungen einen bewegten Einblick in das Leben der Wolhynier sowohl in der alten als auch in der neuen Heimat ermöglicht. Projekttage für Kinder und Jugendliche, Publikationen aber auch der Austausch mit Nachkommen der Wolhyniendeutschen ergänzen das Angebot. Wer also auf der A19 unterwegs ist, sollte einen Halt in Linstow machen. Quelle: umsiedlermuseum-wolhynien.de
In der Schule lernt heutzutage jedes Kind von Mendel und Darwin und der Evolutionstheorie. Der britische Naturforscher Charles Darwin (12.02.1809-19.04.1882) begann zunächst ein Medizinstudium, um Arzt zu werden wie sein Vater, wechselte dann aufgrund von Langerweile zur Theologie, wo ihn besonders die Naturphilosophie und die neuen Kontinente interessierten. 1831 folgte er der Einladung mit dem Vermessungsschiff HMS Beagle, da er auf der Reise zur Vermessung von Patagonien und Feuerland in Südamerika auch sein Interesse für Natur und Geologie verfolgen konnte. Er sammelte Pflanzen, Tiere und Gesteinsproben und hielt seine Beobachtungen in zahlreichen Notizbüchern fest. Nach seiner Rückkehr nach England 1836 schenkt er den mitgebrachten Vögeln erst einmal keine Beachtung. Da sie unterschiedliche Schnäbel haben - von dick und kräftig zum Nüsse knacken bis hin zu lang und schmal zum Insektenfangen, denkt er, es handelt sich um Zaunkönige, Schwarzdrosseln und Kernbeißer. Erst ein herbeigerufener Kollege stellt fest, dass alle Vögel Finken und miteinander verwandt sind. Darwin kombiniert schnell: Da die Nahrung auf den Galápagos-Inseln, von wo er alle Vögel mitgebracht hatte, knapp war, herrschte dort ein ständiger Überlebenskampf und zufällig entstandene Varianten des Schnabels brachten den Vögel Vorteile, da sie so eine neue Nahrungsquelle erschließen konnten. Charles Darwin nannte dies, die natürliche Auslese oder Selektion und entwickelte seine Evolutionstheorie, mit der die Entstehung von Arten auf naturwissenschaftliche Grundlagen zurückzuführen konnte. Die Kirche, welche an die Erschaffung alle Lebewesen durch Gott glaubte und diese Theorie vertrat, bekämpfte die Evolutionstheorie von Darwin zunächst. Heute gilt diese jedoch auf Grundlage für die Biologie und Darwin hat unser modernes Weltbild durch seine Beobachtungen und Schlussfolgerungen nachhaltiger beeinfluss als kaum ein anderer Wissenschaftler. Quelle: geo.de & planet-wissen.de

Otto Eduard Leopold von Bismarck-Schönhausen wurde am 01.04.1815 geboren, als zweiter Sohn des Rittmeisters Karl Wilhelm Ferdinand von Bismarck, aus dem Adelsgeschlechts Bismarck stammend, und der bürgerlichen Luise Wilhelmine Mencken. Sie war es auch, die ihre Söhne dazu brachte, in den Staatsdienst einzutreten. Bismarck besuchte das Gymnasium und machte 1832 das Abitur am humanistischen Berlinischen Gymnasium zum Grauen Kloster. Anschließend nahm er das Studium der Rechtswissenschaften in Göttingen auf, welches er an der Berliner Friedrich-Wilhelms-Universität (heute Humboldt Universität) fortführte. Nach seiner Militärzeit übernahm der die Verwaltung des elterliches Guts und unterstützte seinen Bruder im Landtag. Im Juli 1849 wurde er selbst in die die zweite Kammer des Preußischen Landtages gewählt und wurde zum Vollzeit-Politiker. Durch geschickte Diplomatie schaffte er es, deutsche Staaten hinter Preußen zu vereinen, denn sein Tram war ein kleindeutscher Nationalstaat ohne Österreich unter der preußischen Führung. Er war demnach kein Nationalist, der ein vereinigtes Deutschland wollte, sondern ein konservativer Preuße, welcher die Machtposition Preußens in der europäischen Welt stärken und vergrößern wollte. Nach dem Sieg gegen Frankreich und der Deutschen Reichsgründung 1871 wurde dieser Traum war und Otto von Bismarck wurde als Fürst von Bismarck zum ersten ersten Reichskanzel des Deutschen Kaiserreiches. Nach 19 Jahren im Amt, entzog ihm Kaiser Wilhelm die Unterstützung am 15.03.1890, da dieser seine Regierungszeit nicht mit dem Konfliktkurs von Bismarck beginnen wollte. Otto von Bismarck zog sich auf das Gut zurück. Er starb am 30.07.1989. Quelle: dhm.de & wikipedia
Bereits 1943 erhoben die Alliierten Daten zur Situation der Inhaftierten, Zwangsarbeiter und Flüchtlinge in Mitteleuropa, da sie das Ende des Zweiten Weltkrieges näher rücken sahen. Diese Aufgabe wurde zunächst vom Hauptquartier der Alliierten Streitkräfte übernommen und ab Februar 1944 zusätzlich mit der Aufgabe eines Zentralen Suchbüros betraut. Nach dem Kriegsende übernahm die Leitung zunächst die UNRRA (Nothilfe- und Wiederaufbauverwaltung der Vereinten Nationen), ab Juni 1947 die IRO (Internationale Flüchtlingsorganisation) und ab 1948 die ITS (Internationaler Suchdienst). Der Sitz der Organisation wurde bereit im Januar 1946 in das hessische Bad Arolsen verlegt, denn hier befand sich die geografische Mitte der vier Besatzungszonen Deutschlands. Heute obliegt die Leitung den Arolsen Archives sowie dem Bundesarchiv. Die heutigen Aufgaben erstrecken sich von der Archivierung und Digitalisierung über die Erschließung der Archivunterlagen sowie der Informationsweitergabe zu NS-Verfolgte. Der Bereich der Aufklärung und Bildung zu den Schicksalen von NS-Verfolgten nimmt dabei einen immer größer werdenden Part ein. Die aktuell rund 30 Millionen historischen Dokumenten der Arolsen Archive sowie weitere Dokumente aus externen Quellen kann online durchsucht werden, wobei der Bestand regelmäßig anwächst. Wer in den digitalen Beständen nicht fündig wird, kann eine Rechercheanfrage stellen. Quelle: Arolsen-archives.org
Bis ins 18. Jahrhundert hinein wusste das Königreich Preußen über regelmäßige staatliche Statistiken, wer im Land lebt. Zentrale Grundlage war dabei die regelmäßige Volkszählung, bei der Formulare von Pfarrern, Gutsherren oder Steuerbeamten ausgefüllt werden mussten. Aber auch Gebäude und Vieh wurde dabei erfasst. Verantwortlich dafür war ab 1805 das Königliche Statistische Bureau. Zu dieser Zeit führte Napoleon in Frankreich und den französisch besetzten Gebieten den "Code Civil", die Grundlage der staatlichen Gesetzgebung, in der auch die Erfassung von Geburten, Heiraten und Todesfälle durch den Staat verordnet wurde. Hier lag also die Dokumentation nicht mehr nur in der Hand der Kirchen. Nach der Napoleanischen Herrschaft behielten einige Gebiete diese Praxis bei, wie beispielsweise in den Rheinprovinzen, in anderen Gebieten wurde das preußische Landrecht wieder eingeführt. Dadurch gab es in den deutschen Gebieten über einige Jahrzehnte unterschiedliche Praktiken bei der Erfassung der Personenereignissen. Auch der Vorrang der Zivilehe vor der kirchlichen Ehe wurde demnach unterschiedlich gehandhabt. 1874 wurde das Personenstandsgesetz in Preußen eingeführt, gegen den Widerstand der Kirche. Auch die Führung der Personenstandsregister durch den Staat, im sogenannten Standesamt, wurde damit staatlich angeordnet und das Gesetz 1876 auf das gesamte Deutsche Reich ausgeweitet. Diese Rechtsordnung gilt bis heute, auch wenn mittlerweile die kirchliche Trauung heute wieder terminlich vor der staatlichen Trauung stattfinden kann - eine Rechtsfolge hat nur die staatliche Trauung. Geburten und Sterbefälle müssen immer beim Standesamt registriert werden. Quelle: Computergenealogie 1/2024 & wikipedia
Ob Napoleon selbst Familienforschung betrieben hat, ist nicht überliefert, doch sein Einfluss auf die Genealogie in Deutschland ist enorm. Bereits 1804 führte er in Frankreich das Zivilgesetzbuch "Code Civil" ein. Hier wurden nicht nur die Grundprinzipien der Französischen Revolution (Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit - Liberté, Égalité, Fraternité) verankert, sondern legte Regeln für den Bereich des Privat-, Personen-, Familien-, Eigentums-, Vertrags- und Erbrecht fest. Damit wurden die bisherigen Gewohnheits- und Partikularrechte abgelöst. Das "Code Civil" hatte auch weltweit einen großen Einfluss auf die Rechtsordnung. Zeitgleich mit der Einführung des "Code Civil" schaffte Napoleon auch Zivilstandsregister, um Geburten, Heiraten und Todesfälle staatlich zu erfassen - und machte dies zur Pflicht. Damit wurde die bisherige Vormachtstellung der Kirchenbücher abgeschafft. Mit der Ausbreitung des französischen Staatsgebietes durch Eroberung von deutschen Herzog- und Fürstentümern sowie Königreichen, wurde auch in diesen Gebieten, selbst wenn sie autonom geführt wurden, der "Code Civil" eingeführt. Auch wenn die Zivilstandsregister teilweise nach dem Wiener Kongress und dem Ende der Herrschaft Napoleons abgeschafft wurden, gab es einige Gebiete wie die Rheinprovinz, Lübeck und Bremen, welche an der staatlichen Dokumentation festhielten. Mit der Schaffung des Deutschen Kaiserreiches wurden die Personenstandsregister dann einheitlich im gesamten deutschen Reich eingeführt - heute neben den Kirchenbüchern eine wichtige Quelle für die Familienforschung. Quelle: demokratiegeschichte.de , wiki.genealogy.net & wikipedia