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Deutsch-Französischer Krieg: Auftakt zur Gründung des Deutschen Reiches

25. Januar 2023
Als Preußen 1866 Österreich besiegte, sah Frankreich seine Vormachtstellung in Europa gefährdet. Und der damalige Kanzler des Norddeutschen Bundes, Otto von Bismarck, war überzeugt, dass nur ein Krieg gegen Frankreich die nationale Einigung Deutschlands herbeiführen konnte. Wenn man einen Grund für kriegerische Handlungen sucht, dann findet man diesen auch. Im Deutsch-Französischen Krieg war der Auslöser die Kandidatur des Erbprinzen Leopold von Hohenzollern-Sigmaringen, eine Nebenlinie der Hohenzollern, um die spanische Krone 1870. Preußen sah darin Vorteile für sich und unterstützte die Kandidatur. Frankreich fühlte sich dadurch jedoch an seiner französisch-spanischen Grenze bedroht. Obwohl Leopold seine Kandidatur nach französischen Protesten zurückzog, wollte der französische Botschafter Vincent Graf von Benedetti von Wilhelm I. eine Garantie, dass Preußen einer möglichen erneuten Kandidatur von Leopold nicht zustimmen werde. Wilhelm I. verweigerte dieses Verlangen am 13.07.1870 in Bad Ems und Otto von Bismarck gab die Erklärung in verschärften Worten als sogenannte Emser Depesche an die Presse weiter. Sowohl die deutsche als auch die französische Bevölkerung war aufgebracht und am 19. Juli 1870 erklärte Frankreich Preußen den Krieg. Doch Bismarcks Kalkül, Preußen als Opfer darzustellen, ging auf – die übrigen europäischen Mächte sahen Kaiser Napoleon III. als Friedensbrecher in Europa an.

Frankreich hatte geglaubt, dass sie alle Preußen gegenüberstehen würden, denn noch 1866 hatte sich die preußische Armee und die süddeutschen Länder unter der Führung von Österreich im sogenannten Deutschen Krieg gegenseitig bekämpft, weil um die Führungsrolle im deutschen Staatenbund gestritten wurde. Doch diese Rechnung von Frankreich ging nicht auf. Stattdessen zogen Bayern, Baden und Württemberg an der Seite von Preußen in den Krieg – und sorgten für die zahlenmäßige Überlegenheit der Deutschen. Nach den ersten militärischen Siegen im Grenzgebiet, schritten rund 400.000 deutsche Soldaten über die Grenze und standen dort etwa 300.000 französischen Soldaten gegenüber. Die französische Armee wurde unter hohen Verlusten zurückgedrängt und bereits am 18.08.1870 schlossen die deutschen Truppen den Großteil der französischen Armee in der Stadt Metz ein. Es folgte eine fast zweimonatige Belagerung der Stadt.
Verlauf der ersten Kriegsphase bis zur Schlacht von Sedan am 01.09.1870

Die letzte und entscheidende Schlacht im Deutsch-Französischen Krieg wurde an der Grenze zu Belgien geschlagen. Am 2. September besiegte die deutsche Armee die verbliebenen französischen Truppen in Sedan. Kaiser Napoleon III. wurde gefangen genommen und mit ihm mehr als 100.000 französische Soldaten. Obwohl damit der Krieg eigentlich hätte beendet sein müssen, kapitulierte die Französische Republik, die nach dem Untergang der Monarchie gegründet wurde, nicht. Vielmehr marschierten die Truppen, nach der Kapitulation von Metz, nun Richtung Paris und schlossen die französische Hauptstadt am 19. September ein. Auch wenn neu zusammengestellte Truppen der Hauptstadt helfen wollten, sie wurden von den deutschen Truppen zurückgeschlagen. In der Stadt herrschten stattdessen bald Hunger und Seuchen. Am 18.01.1871 wurde der preußische König Wilhelm I. zum Kaiser des Deutschen Kaiserreiches im Spiegelsaal des Schlosses von Versailles gekrönt – nur wenige Kilometer von Paris entfernt. 10 Tage später kapitulierte die französische Regierung. Die Soldaten kehrten jedoch nicht sofort nach Hause zurück, vielmehr blieben sie als Besatzer, während die französische Regierung mit dem Deutschen Kaiserreich über einen Friedensvertrag verhandelte, der am 10. Mai 1871 in Frankfurt am Main unterzeichnet wurde.


Was bleibt nach diesem Krieg? Frankreich verlor seine Monarchie und gewann eine Republik. Das preußische Königreich erreichte endlich sein Ziel und vereinigte den Flickenteppich aus vielen einzelnen deutschen Staaten zu einem Gesamtdeutschland. Außerdem musste Frankreich Teile des Gebietes Elsass-Lothringen an Deutschland abtreten. Die von Frankreich zu leistenden Reparationszahlungen wurden zum Ausbau des deutschen Eisenbahnnetzes verwendet. Aber auch viele tapfere Soldaten verloren auf beiden Seiten ihr Leben, die Zahl wird auf rund 190.000 geschätzt. Die erhalten gebliebenen Verlustlisten können beim Verein für Computergenealogie (wiki-de.genealogy.net/Preu%C3%9Fische_Verlustlisten_1870-71) eingesehen werden.


Quellen: Computergenealogie 1/2021, www.dhm.de/lemo/kapitel/kaiserreich/das-reich/deutsch-franzoesischer-krieg-187071.html & wikipedia

Die Grenzen in Europa nach dem Deutsch-Französischen Krieg und der Gründung des Deutschen Kaiserreiches

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23. Dezember 2025
Wer auf der A19 unterwegs ist, fährt wahrscheinlich an Dobbin-Linstow vorbei. Was sollte es denn schon sehenswertes in dieser kleinen Gemeinde in Mecklenburg-Vorpommern geben? Das Wolhynier Umsiedlermuseum! Hier wurden nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges rund 40 Familien in Übergangslagern untergebracht. Nach der Bodenreform in der sowjetischen Besatzungszone wurde jeder Familie 10 Hektar Land zugewiesen, oft mit etwas Wiese und Wald. Hier konnten sie ab 1947 Bauernhäuser in ihrer traditionellen Holzbauweise errichten. Obwohl sie 1974 wieder enteignet wurden, blieben viele Familien und nach der Wiedervereinigung wurden ein wegen Einsturzgefahr gesperrten Gebäude übernommen und wieder hergerichtet. Es entstand das Museum. 1993 wurde dann der Heimatverein Linstow gegründet und das Museum erweitert um ein Wirtschaftsgebäude, ein Erdkeller sowie eine Scheune, in der sich heute ein Bildungszentrum befindet. So entstand das bundesweit einzige Museum, welches mit einer Dauer- sowie wechselnder Sonderausstellungen einen bewegten Einblick in das Leben der Wolhynier sowohl in der alten als auch in der neuen Heimat ermöglicht. Projekttage für Kinder und Jugendliche, Publikationen aber auch der Austausch mit Nachkommen der Wolhyniendeutschen ergänzen das Angebot. Wer also auf der A19 unterwegs ist, sollte einen Halt in Linstow machen. Quelle: umsiedlermuseum-wolhynien.de
8. Dezember 2025
In der Schule lernt heutzutage jedes Kind von Mendel und Darwin und der Evolutionstheorie. Der britische Naturforscher Charles Darwin (12.02.1809-19.04.1882) begann zunächst ein Medizinstudium, um Arzt zu werden wie sein Vater, wechselte dann aufgrund von Langerweile zur Theologie, wo ihn besonders die Naturphilosophie und die neuen Kontinente interessierten. 1831 folgte er der Einladung mit dem Vermessungsschiff HMS Beagle, da er auf der Reise zur Vermessung von Patagonien und Feuerland in Südamerika auch sein Interesse für Natur und Geologie verfolgen konnte. Er sammelte Pflanzen, Tiere und Gesteinsproben und hielt seine Beobachtungen in zahlreichen Notizbüchern fest. Nach seiner Rückkehr nach England 1836 schenkt er den mitgebrachten Vögeln erst einmal keine Beachtung. Da sie unterschiedliche Schnäbel haben - von dick und kräftig zum Nüsse knacken bis hin zu lang und schmal zum Insektenfangen, denkt er, es handelt sich um Zaunkönige, Schwarzdrosseln und Kernbeißer. Erst ein herbeigerufener Kollege stellt fest, dass alle Vögel Finken und miteinander verwandt sind. Darwin kombiniert schnell: Da die Nahrung auf den Galápagos-Inseln, von wo er alle Vögel mitgebracht hatte, knapp war, herrschte dort ein ständiger Überlebenskampf und zufällig entstandene Varianten des Schnabels brachten den Vögel Vorteile, da sie so eine neue Nahrungsquelle erschließen konnten. Charles Darwin nannte dies, die natürliche Auslese oder Selektion und entwickelte seine Evolutionstheorie, mit der die Entstehung von Arten auf naturwissenschaftliche Grundlagen zurückzuführen konnte. Die Kirche, welche an die Erschaffung alle Lebewesen durch Gott glaubte und diese Theorie vertrat, bekämpfte die Evolutionstheorie von Darwin zunächst. Heute gilt diese jedoch auf Grundlage für die Biologie und Darwin hat unser modernes Weltbild durch seine Beobachtungen und Schlussfolgerungen nachhaltiger beeinfluss als kaum ein anderer Wissenschaftler. Quelle: geo.de & planet-wissen.de
26. November 2025
Otto Eduard Leopold von Bismarck-Schönhausen wurde am 01.04.1815 geboren, als zweiter Sohn des Rittmeisters Karl Wilhelm Ferdinand von Bismarck, aus dem Adelsgeschlechts Bismarck stammend, und der bürgerlichen Luise Wilhelmine Mencken. Sie war es auch, die ihre Söhne dazu brachte, in den Staatsdienst einzutreten. Bismarck besuchte das Gymnasium und machte 1832 das Abitur am humanistischen Berlinischen Gymnasium zum Grauen Kloster. Anschließend nahm er das Studium der Rechtswissenschaften in Göttingen auf, welches er an der Berliner Friedrich-Wilhelms-Universität (heute Humboldt Universität) fortführte. Nach seiner Militärzeit übernahm der die Verwaltung des elterliches Guts und unterstützte seinen Bruder im Landtag. Im Juli 1849 wurde er selbst in die die zweite Kammer des Preußischen Landtages gewählt und wurde zum Vollzeit-Politiker. Durch geschickte Diplomatie schaffte er es, deutsche Staaten hinter Preußen zu vereinen, denn sein Tram war ein kleindeutscher Nationalstaat ohne Österreich unter der preußischen Führung. Er war demnach kein Nationalist, der ein vereinigtes Deutschland wollte, sondern ein konservativer Preuße, welcher die Machtposition Preußens in der europäischen Welt stärken und vergrößern wollte. Nach dem Sieg gegen Frankreich und der Deutschen Reichsgründung 1871 wurde dieser Traum war und Otto von Bismarck wurde als Fürst von Bismarck zum ersten ersten Reichskanzel des Deutschen Kaiserreiches. Nach 19 Jahren im Amt, entzog ihm Kaiser Wilhelm die Unterstützung am 15.03.1890, da dieser seine Regierungszeit nicht mit dem Konfliktkurs von Bismarck beginnen wollte. Otto von Bismarck zog sich auf das Gut zurück. Er starb am 30.07.1989. Quelle: dhm.de & wikipedia
14. November 2025
Bereits 1943 erhoben die Alliierten Daten zur Situation der Inhaftierten, Zwangsarbeiter und Flüchtlinge in Mitteleuropa, da sie das Ende des Zweiten Weltkrieges näher rücken sahen. Diese Aufgabe wurde zunächst vom Hauptquartier der Alliierten Streitkräfte übernommen und ab Februar 1944 zusätzlich mit der Aufgabe eines Zentralen Suchbüros betraut. Nach dem Kriegsende übernahm die Leitung zunächst die UNRRA (Nothilfe- und Wiederaufbauverwaltung der Vereinten Nationen), ab Juni 1947 die IRO (Internationale Flüchtlingsorganisation) und ab 1948 die ITS (Internationaler Suchdienst). Der Sitz der Organisation wurde bereit im Januar 1946 in das hessische Bad Arolsen verlegt, denn hier befand sich die geografische Mitte der vier Besatzungszonen Deutschlands. Heute obliegt die Leitung den Arolsen Archives sowie dem Bundesarchiv. Die heutigen Aufgaben erstrecken sich von der Archivierung und Digitalisierung über die Erschließung der Archivunterlagen sowie der Informationsweitergabe zu NS-Verfolgte. Der Bereich der Aufklärung und Bildung zu den Schicksalen von NS-Verfolgten nimmt dabei einen immer größer werdenden Part ein. Die aktuell rund 30 Millionen historischen Dokumenten der Arolsen Archive sowie weitere Dokumente aus externen Quellen kann online durchsucht werden, wobei der Bestand regelmäßig anwächst. Wer in den digitalen Beständen nicht fündig wird, kann eine Rechercheanfrage stellen. Quelle: Arolsen-archives.org
31. Oktober 2025
Bis ins 18. Jahrhundert hinein wusste das Königreich Preußen über regelmäßige staatliche Statistiken, wer im Land lebt. Zentrale Grundlage war dabei die regelmäßige Volkszählung, bei der Formulare von Pfarrern, Gutsherren oder Steuerbeamten ausgefüllt werden mussten. Aber auch Gebäude und Vieh wurde dabei erfasst. Verantwortlich dafür war ab 1805 das Königliche Statistische Bureau. Zu dieser Zeit führte Napoleon in Frankreich und den französisch besetzten Gebieten den "Code Civil", die Grundlage der staatlichen Gesetzgebung, in der auch die Erfassung von Geburten, Heiraten und Todesfälle durch den Staat verordnet wurde. Hier lag also die Dokumentation nicht mehr nur in der Hand der Kirchen. Nach der Napoleanischen Herrschaft behielten einige Gebiete diese Praxis bei, wie beispielsweise in den Rheinprovinzen, in anderen Gebieten wurde das preußische Landrecht wieder eingeführt. Dadurch gab es in den deutschen Gebieten über einige Jahrzehnte unterschiedliche Praktiken bei der Erfassung der Personenereignissen. Auch der Vorrang der Zivilehe vor der kirchlichen Ehe wurde demnach unterschiedlich gehandhabt. 1874 wurde das Personenstandsgesetz in Preußen eingeführt, gegen den Widerstand der Kirche. Auch die Führung der Personenstandsregister durch den Staat, im sogenannten Standesamt, wurde damit staatlich angeordnet und das Gesetz 1876 auf das gesamte Deutsche Reich ausgeweitet. Diese Rechtsordnung gilt bis heute, auch wenn mittlerweile die kirchliche Trauung heute wieder terminlich vor der staatlichen Trauung stattfinden kann - eine Rechtsfolge hat nur die staatliche Trauung. Geburten und Sterbefälle müssen immer beim Standesamt registriert werden. Quelle: Computergenealogie 1/2024 & wikipedia
14. Oktober 2025
Ob Napoleon selbst Familienforschung betrieben hat, ist nicht überliefert, doch sein Einfluss auf die Genealogie in Deutschland ist enorm. Bereits 1804 führte er in Frankreich das Zivilgesetzbuch "Code Civil" ein. Hier wurden nicht nur die Grundprinzipien der Französischen Revolution (Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit - Liberté, Égalité, Fraternité) verankert, sondern legte Regeln für den Bereich des Privat-, Personen-, Familien-, Eigentums-, Vertrags- und Erbrecht fest. Damit wurden die bisherigen Gewohnheits- und Partikularrechte abgelöst. Das "Code Civil" hatte auch weltweit einen großen Einfluss auf die Rechtsordnung. Zeitgleich mit der Einführung des "Code Civil" schaffte Napoleon auch Zivilstandsregister, um Geburten, Heiraten und Todesfälle staatlich zu erfassen - und machte dies zur Pflicht. Damit wurde die bisherige Vormachtstellung der Kirchenbücher abgeschafft. Mit der Ausbreitung des französischen Staatsgebietes durch Eroberung von deutschen Herzog- und Fürstentümern sowie Königreichen, wurde auch in diesen Gebieten, selbst wenn sie autonom geführt wurden, der "Code Civil" eingeführt. Auch wenn die Zivilstandsregister teilweise nach dem Wiener Kongress und dem Ende der Herrschaft Napoleons abgeschafft wurden, gab es einige Gebiete wie die Rheinprovinz, Lübeck und Bremen, welche an der staatlichen Dokumentation festhielten. Mit der Schaffung des Deutschen Kaiserreiches wurden die Personenstandsregister dann einheitlich im gesamten deutschen Reich eingeführt - heute neben den Kirchenbüchern eine wichtige Quelle für die Familienforschung. Quelle: demokratiegeschichte.de , wiki.genealogy.net & wikipedia